Zu viel Risiko im S&P 500?

Zu viel Risiko im S&P 500?

Warum ein Equal Weight ETF jetzt sinnvoll sein kann
Der S&P 500 ist für viele Schweizer Anleger der wichtigste Baustein beim Vermögensaufbau. Wer jedoch aktuell einen normalen ETF auf diesen Index kauft, verteilt sein Geld nicht gleichmässig auf 500 Firmen. Stattdessen entsteht ein riesiges Klumpenrisiko. Normale S&P 500 ETFs gewichten die Firmen nach ihrem aktuellen Börsenwert. Das bedeutet: Je teurer und wertvoller eine Firma ist, desto mehr Platz nimmt sie im ETF ein. Wegen des grossen KI-Booms machen die sieben Tech-Giganten – Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla – mittlerweile fast ein Drittel des gesamten Index aus.

Das ist jedoch gefährlich, wie die Geschichte zeigt. Schon Ende der 1990er-Jahre gab es eine ähnliche Situation. Damals waren Internetfirmen extrem hoch bewertet und nahmen im S&P 500 zu viel Platz ein. Als die Blase platzte, rissen diese Schwergewichte den ganzen Index massiv nach unten. Genau als Antwort auf diesen Crash wurde im Jahr 2003 der S&P 500 Equal Weight Index erfunden. Die Idee dahinter war einfach und datenbasiert: Man wollte Anlegern eine Möglichkeit geben, in die grossen US-Firmen zu investieren, ohne von einzelnen Hype-Themen abhängig zu sein.

Bei diesem Equal Weight Ansatz bekommen alle Aktien im Index exakt denselben Anteil. Weil der S&P 500 aktuell 503 verschiedene Aktienpapiere enthält, startet jedes mit einem Gewicht von rund 0,20 Prozent. Natürlich verändern sich die Aktienkurse jeden Tag. Steigt eine Aktie stark an, wächst auch ihr Anteil im ETF über diese Marke hinaus. Um das wieder auszugleichen, führt der ETF-Anbieter viermal im Jahr ein sogenanntes Rebalancing durch. Der Fonds ist regelbasiert dazu verpflichtet, im Hintergrund die gut gelaufenen Gewinner-Aktien teilweise zu verkaufen und dafür die Verlierer-Aktien nachzukaufen, bis alle Werte wieder bei rund 0,20 Prozent stehen. Als Investor musst du hierbei überhaupt nicht selbst aktiv werden, das Umschichten passiert vollautomatisch. Du profitierst aber extrem von diesem antizyklischen Prinzip, das den ETF-Manager zwingt, stets günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen.

Das Ganze hat allerdings auch technische Besonderheiten bei den Kosten. Normale S&P 500 ETFs sind extrem günstig und haben oft eine jährliche Gesamtkostenquote, die sogenannte TER (Total Expense Ratio), von unter 0,07 Prozent. Ein Equal Weight ETF ist in der Verwaltung etwas aufwendiger und kostet meistens um die 0,20 Prozent pro Jahr. Ausserdem muss der ETF beim beschriebenen Rebalancing viermal im Jahr aktiv Aktien kaufen und verkaufen. Das verursacht interne Gebühren auf Fondsebene. Diese Gebühren stehen nicht in der offiziellen TER, sondern man sieht sie an der sogenannten Tracking Difference. Das ist der kleine Unterschied zwischen der tatsächlichen Rendite des ETFs und der Rendite des eigentlichen Index.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Equal Weight ETF ist ein hervorragendes Werkzeug, um das Risiko im Portfolio besser zu streuen. Er sorgt vollautomatisch dafür, dass keine einzelne Branche zu viel Macht über dein Geld hat, integriert disziplinierte Gewinnmitnahmen ohne dein eigenes Zutun und schützt durch sein striktes Regelwerk vor emotional getriebenen Anlageentscheidungen. Für alle, die ein stabiles Kernportfolio aufbauen möchten und sich Sorgen um den aktuellen Tech-Hype machen, ist das eine sehr rationale und objektive Lösung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte übernommen. Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen. Eine individuelle Beratung unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation wird empfohlen.

Teilen Sie diesen Beitrag: