S&P 500 oder Nasdaq?

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S&P 500 oder Nasdaq? Was ETFs wirklich unterscheidet

Viele Anlegerinnen und Anleger stehen vor der Frage, ob sie neben einem S&P-500-ETF zusätzlich einen Nasdaq-ETF ins Portfolio aufnehmen sollen. Auf den ersten Blick klingt das nach mehr Diversifikation. In der Praxis lohnt sich jedoch ein genauer Blick auf die Zusammensetzung der Indizes und die tatsächlichen Überschneidungen.

Der S&P 500 als Basis-ETF

Ein S&P-500-ETF bildet die 500 grössten börsennotierten Unternehmen der USA ab. Er deckt nahezu alle relevanten Wirtschaftssektoren ab, darunter Technologie, Industrie, Gesundheit, Konsum, Energie und Finanzdienstleister. Aufgrund dieser breiten Streuung gilt der S&P 500 für viele als solider Kernbaustein für ein langfristiges Aktienportfolio.

Typische ETFs auf diesen Index sind beispielsweise der iShares Core S&P 500 UCITS ETF oder der Vanguard S&P 500 UCITS ETF.

Was ein Nasdaq-ETF abbildet

In Europa beziehen sich die meisten Nasdaq-ETFs auf den Nasdaq-100. Dieser Index umfasst die 100 grössten Nicht-Finanzunternehmen, die an der Nasdaq-Börse kotiert sind. Der Fokus liegt klar auf Technologie- und Wachstumsunternehmen. Klassische Banken und Versicherungen sind nicht enthalten.

Bekannte ETFs sind etwa der Invesco Nasdaq-100 UCITS ETF oder der iShares Nasdaq-100 UCITS ETF.

Hohe Überschneidungen bei den grössten Unternehmen

Ein entscheidender Punkt ist die Überschneidung zwischen beiden Indizes. Rund 80 bis 90 Prozent der Unternehmen im Nasdaq-100 sind auch Bestandteil des S&P 500. Dazu gehören die bekanntesten Namen wie Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta oder Tesla.

Auf Einzeltitelebene bedeutet das, dass viele der grössten Positionen in beiden ETFs identisch sind. Der Unterschied liegt weniger in der Auswahl der Top-Unternehmen als vielmehr in deren Gewichtung.

Der eigentliche Unterschied liegt in der Gewichtung

Während die grössten zehn Unternehmen im S&P 500 rund ein Drittel des Index ausmachen, entfallen im Nasdaq-100 mehr als die Hälfte des Indexgewichts auf die Top Ten. Einzelne Titel wie Apple oder Microsoft sind im Nasdaq-ETF deutlich stärker gewichtet als im S&P-500-ETF.

Ein zusätzlicher Nasdaq-ETF erhöht somit nicht primär die Anzahl unterschiedlicher Unternehmen im Portfolio, sondern verstärkt gezielt das Engagement in wenigen grossen Technologie- und Wachstumswerten.

Was passiert bei einer Kombination beider ETFs?

Wer beispielsweise einen S&P-500-ETF mit einem Nasdaq-ETF kombiniert, erhöht automatisch den Technologieanteil im Portfolio. Die gleichen grossen US-Tech-Unternehmen tauchen mehrfach auf und erhalten ein überproportional hohes Gewicht.

Das kann die Renditechancen erhöhen, führt aber gleichzeitig zu stärkeren Schwankungen und grösseren Rückschlägen in schwierigen Marktphasen. Branchen wie Finanzwerte, Industrie oder Energie treten dabei in den Hintergrund.

Wann eine Kombination sinnvoll sein kann

Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn bewusst eine stärkere Ausrichtung auf US-Technologie gewünscht ist und Schwankungen langfristig ausgehalten werden können. In diesem Fall eignet sich der Nasdaq-ETF eher als kleiner Satellit neben einem breit aufgestellten Kerninvestment.

Wer hingegen primär auf breite Diversifikation und Stabilität setzt, erreicht dieses Ziel bereits mit einem globalen oder US-breiten Aktien-ETF.

Fazit

Ein S&P-500-ETF bildet die US-Wirtschaft breit ab und eignet sich gut als Basisanlage. Ein Nasdaq-ETF setzt gezielt auf Wachstum und Technologie. Die Kombination beider ETFs sorgt weniger für zusätzliche Diversifikation, sondern vor allem für ein höheres Gewicht derselben grossen Tech-Unternehmen.

Entscheidend ist daher nicht die Anzahl ETFs im Portfolio, sondern das bewusste Verständnis der enthaltenen Risiken und Schwerpunkte.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte übernommen. Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen. Eine individuelle Beratung unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation wird empfohlen.

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