ETF-Kosten richtig verstehen: TER, Spread & Tracking-Differenz – was beeinflusst deine Rendite wirklich?

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Viele Anleger achten bei ETFs zuerst auf die TER. Doch die tatsächliche Rendite eines ETFs hängt nicht nur von den laufenden Gebühren ab. Drei Kennzahlen sind entscheidend: TER, Spread und Tracking-Differenz. Wer sie versteht, trifft bessere Entscheidungen – und vermeidet kostspielige Missverständnisse.

Was ist die TER?

Die Total Expense Ratio (TER) zeigt die laufenden jährlichen Kosten eines ETFs. Dazu gehören z. B. Verwaltungsgebühren, Depotbankkosten und Lizenzgebühren für den Index.

  • Transparent und leicht vergleichbar.
  • Beeinflusst direkt die Netto-Rendite.
  • Sagt jedoch nichts darüber aus, wie gut ein ETF seinen Index nachbildet.

Was ist der Spread?

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- (Ask) und Verkaufspreis (Bid) eines ETFs. Er entsteht durch Angebot und Nachfrage an der Börse.

  • Kostenfaktor beim Kauf und Verkauf.
  • Kleine, liquide ETFs haben meist enge Spreads.
  • Breite oder exotische ETFs haben oft grössere Spreads.

Was ist die Tracking-Differenz?

Die Tracking-Differenz zeigt, wie stark ein ETF langfristig von seinem Index abweicht – positiv oder negativ.

  • Berücksichtigt TER, Handelskosten und Steuereffekte.
  • Kann besser oder schlechter sein als der Index.
  • Oft aussagekräftiger als die TER allein.

Vergleich der drei Kennzahlen

1. TER

Ein wichtiger Startpunkt, aber nicht ausreichend. Eine niedrige TER garantiert keine bessere Performance.

2. Spread

Ein direkter Kostenfaktor beim Ein- oder Ausstieg. Besonders relevant bei kleineren oder volatileren ETFs.

3. Tracking-Differenz

Die entscheidende Kennzahl für die tatsächliche Rendite. Sie zeigt, wie nah ein ETF langfristig am Index bleibt – oder ihn sogar übertrifft.

Für wen ist das Verständnis dieser Kennzahlen wichtig?

Für alle Anleger, die ETFs nicht nur „günstig“ kaufen wollen, sondern verstehen möchten, welche Faktoren die reale Performance beeinflussen.

Worauf sollten langfristige Investoren besonders achten?

Nicht nur auf die TER – sondern vor allem auf eine stabile, geringe Tracking-Differenz und engere Spreads. Diese zwei Faktoren wirken sich langfristig oft stärker aus als ein minimaler TER-Vorteil.


Fazit

TER, Spread und Tracking-Differenz bilden zusammen die Grundlage für einen sinnvollen ETF-Vergleich. Wer alle drei Kennzahlen berücksichtigt, trifft fundiertere Entscheidungen und erhöht die Chance auf eine langfristig bessere Rendite.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte übernommen. Kapitalanlagen unterliegen Marktschwankungen. Eine individuelle Beratung unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation wird empfohlen.

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